Achtsamkeit und Mitgefühl

Achtsamkeit ist ein ganz natürlicher Zustand, der in uns allen angelegt ist. Eine innere Haltung der Offenheit und der Bereitschaft, im Augenblick zu sein. Wir können diese natürliche Fähigkeit in uns kultivieren und fördern. Achtsamkeit ist erlernbar.

Autopilot, Anfängergeist und Freiraum

Es geht darum, uns für das augenblickliche Geschehen zu öffnen ohne zu bewerten oder gleich zu handeln - stattdessen beobachten und sein lassen. Achtsamkeit verfolgt kein Ziel. Es reicht aus wahrzunehmen, was im Moment geschieht - immer wieder neu. Im Buddhismus wird diese Haltung als Anfängergeist bezeichnet.

Achtsamkeit schafft inneren Freiraum. Der Autopilot, mit dem wir meist durchs Leben eilen, wird unterbrochen. Neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten entstehen. Entspannung wird möglich. Vielleicht beginnen wir unser Leben auch auf eine tiefere Weise zu verstehen.

Unsere Achtsamkeitspraxis ist eine Entdeckungsreise in die Wirklichkeit hinein. Wir erforschen alle Aspekte unseres Seins. - Bin ich bereit, wirklich Hier und Jetzt zu SEIN? - Kann ich dem Augenblick freundlich begegnen, auch wenn er sich gerade nicht angenehm anfühlt? - Wie kann ich damit sein?

Die zwei Flügel der Achtsamkeit

Eine authentische Achtsamkeitspraxis entwickelt in uns die Fähigkeit immer klarer und feiner wahrzunehmen. Untrennbar davon ist die Entwicklung von Mitgefühl. Ohne Mitgefühl fehlt die transformierende Kraft des Herzens. Achtsamkeit läuft dann Gefahr, distanziert zu sein. Klares Sehen und Mitgefühl werden traditionell als die zwei Flügel der Achtsamkeit bezeichnet (Mindfulness - Heartfulness).

Selbstfürsorge

Achtsamkeit UND Mitgefühl sind die Basis für wirkliche Selbstfürsorge, die es uns in unserer komplexen Welt erlaubt, auf Stress zu reagieren, gesund zu bleiben und erfüllt zu leben.

Die heilsame und streßreduzierende Qualität von Achtsamkeit findet weltweit Anwendung im Gesundheitswesen, in Psychotherapie und Pädagogik sowie im Wirtschaftsleben.

Lesen Sie weiter: Achtsamkeit, Mitgefühl und Selbstfürsorge entwickeln mit MBSR und Kum Nye



"Wer innehält, erhält innen Halt." (Laotse)




Achtsamkeitsmeditation


Achtsamkeitsmeditation stammt ursprünglich aus der buddhistischen Geistestradition, kann aber völlig unabhängig vom weltanschaulichen Hintergrund geübt werden. Achtsamkeitsmeditation ist wesentlicher Bestandteil des MBSR-Curriculums. Sie kann auch in Form von Kum Nye geübt werden.

Sitzen und Atmen

Im Mittelpunkt der stillen Sitzmeditation steht die Aufmerksamkeit auf die natürlich fließende Atmung. Körper und Geist werden darüber mit der Zeit ruhiger. Auf der Basis innerer Ruhe lernen wir, alle Phänomene achtsam wahrzunehmen, die im Geist aufsteigen und vergehen - Empfindungen im Körper, Sinneserfahrungen, Gefühle, Stimmungen, Gedanken. Wir lernen unser Innenleben kennen. Dabei treffen wir auf Erfahrungen, die angenehm sind oder auch unangenehm.

Mit der Zeit lernen wir, unser Gewahrsein - unser Herz - für alle Erfahrungen zu öffnen. Gleichmut und Selbstakzeptanz entwickeln sich. Verankert in der Erfahrung des Augenblicks wird Daseinsfreude und Sinnfindung möglich, die unabhängig von äusseren Bedingungen ist.

Ruhe und Einsicht

Achtsamkeitsmeditation führt uns zu innerer Ruhe und tieferem Verstehen. Ein aufgewühlter und unruhiger Geist kann nicht klar erkennen oder tiefer schauen. Erst mit einem ruhigen und gesammelten Geist erkennen wir die Vorgänge in uns und um uns herum mit mehr Klarheit und Gelassenheit. Wir verstricken uns weniger in unseren Gewohnheitsmustern. Wir gewinnen Freiheit.

Stille

Meditation kann uns in tiefe Stille führen, die uns von innen heraus erneuert. Hier können auch tiefe Einsichten möglich werden. Sie beinhalten das Erkennen der Prozesshaftigkeit allen Lebens (Vergänglichkeit) und die Illusion eines festen, unveränderlichen Ich-Empfindens.

Lesen Sie weiter: Achtsamkeitsmeditation erlernen mit MBSR und Kum Nye.


Raum für Achtsamkeit

Herbert Dietrich | MBSR-Lehrer

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