Achtsamkeit, Mitgefühl, Selbstfürsorge


Achtsamkeit ist ein natürlicher Zustand. Eine Haltung der Offenheit und Bereitschaft, im Augenblick zu SEIN ohne zu bewerten oder gleich zu handeln. Achtsamkeit verfolgt kein Ziel. Es reicht aus wahrzunehmen, was im Moment geschieht. Im Buddhismus wird diese Haltung als Anfängergeist bezeichnet.

Achtsamkeit schafft Freiraum. Der Autopilot, mit dem wir durchs Leben eilen, wird unterbrochen. Neue Sichtweisen und Möglichkeiten für Handeln aus dem Augenblick heraus entstehen. Entspannung wird möglich. Vielleicht beginnen wir auch unser Leben auf eine neue und tiefere Weise zu verstehen.

Achtsamkeit bleibt ohne die Entwicklung von Mitgefühl unvollständig. Ohne die transformierende Kraft des Herzens läuft Achtsamkeit Gefahr, distanziert zu sein. Klares Sehen und Mitgefühl werden traditionell als die zwei Flügel der Weisheit bezeichnet.

Achtsamkeit UND Mitgefühl sind die Basis für wirkliche Selbstfürsorge, die es in unserer komplexen Welt erlaubt, auf Stress zu reagieren, gesund zu bleiben und erfüllt zu leben. Die heilsame und stressreduzierende Qualität von Achtsamkeit findet weltweit Anwendung im Gesundheitswesen, in Psychotherapie und Pädagogik sowie im Wirtschaftsleben.


Achtsamkeit ist eine Entdeckungsreise in die Wirklichkeit hinein. Wir erforschen alle Aspekte unseres Seins. - Bin ich bereit, wirklich gegenwärtig zu SEIN? - Kann ich dem Augenblick freundlich begegnen, auch wenn er sich gerade nicht angenehm anfühlt?


"Achtsamkeit strebt nichts an. Sie  sieht einfach, was bereits da ist"

- Mahathera Gunaratana -


Meditation für innere Ruhe und Einsicht


Im Mittelpunkt der stillen Sitzmeditation steht die Aufmerksamkeit auf die natürlich fließende Atmung. Körper und Geist werden darüber mit der Zeit ruhiger. Auf der Basis innerer Ruhe lernen wir, alle Phänomene achtsam wahrzunehmen, die im Geist aufsteigen und vergehen - Empfindungen im Körper, Sinneserfahrungen, Gefühle, Stimmungen, Gedanken. Wir lernen unser Innenleben kennen.

In der Meditation treffen wir auf Erfahrungen, die angenehm sind oder auch unangenehm. Mit der Zeit lernen wir, unser Gewahrsein - unser Herz - für alle Erfahrungen zu öffnen. Gleichmut und Selbstakzeptanz entwickeln sich. Verankert in der Erfahrung des Augenblicks wird Daseinsfreude und Sinnfindung möglich, die unabhängig von äusseren Bedingungen ist.

Achtsamkeitsmeditation führt uns zu innerer Ruhe und tieferem Verstehen. Ein aufgewühlter und unruhiger Geist kann nicht klar erkennen oder tiefer schauen. Erst mit einem ruhigen und gesammelten Geist erkennen wir die Vorgänge in uns und um uns herum mit mehr Klarheit und Gelassenheit. Wir verstricken uns weniger in unseren Gewohnheitsmustern. Wir gewinnen Freiheit.

Meditation kann uns in tiefe Stille führen, die uns von innen heraus erneuert. Hier können auch tiefe Einsichten möglich werden. Sie beinhalten das Erkennen der Prozesshaftigkeit allen Lebens (Vergänglichkeit) und die Illusion eines festen, unveränderlichen Ich-Empfindens.


Herbert Dietrich

Achtsamkeitswege Regensburg

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